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Montag, 07. August 2006  |  Titelseite

Altstadt wurde zur Partymeile

Das freut Händler und Veranstalter: Samstagabend strömten über 20 000 Menschen ins Zentrum, um einzukaufen und zu feiern.

Stralsund Manchmal dauert es etwas länger, ehe Stralsund in Gang kommt. Auf der Bühne singen und tanzen die Künstler der Gruppe Irish Coffee aus vollen Kräften – und was machen die Leute in den ersten Reihen? Die stehen erst einmal einfach nur da. Gucken. Und machen Regenwetter-Gesichter, obwohl der letzte Schauer schon ein paar Stunden zurückliegt. Doch am Schluss des Auftritts ist die Partystimmung, die sich schon auf dem Rest des Neuen Marktes ausgebreitet hat, bis nach vorne gedrungen. „Hey, yea, yea, yea...“ singt die Masse den Song „What's up“ mit.

Waren 2005 gut 13 000 Menschen bei der Premiere der NDR-Sommertour am Sund dabei, wird die Besucherzahl in diesem Jahr auf etwa 15 000 geschätzt. Nimmt man dann noch die Leute dazu, die durch die Innenstadtgeschäfte bummeln, summiert sich die Zahl auf mehr als 20 000. Kein Wunder, dass den ganzen Tag über Staus vor Stralsund angesagt werden.

„Es sind noch mehr Leute da als 2005“, sagt Altstadtmanager Michael Reink. Viele lassen sich wie Hannes Reine, Silke Neumann und Sebastian Petzold mit dem Zug der Massen treiben. „Toll, wir waren schon letztes Jahr dabei.“ Die drei jungen Stralsunder wollen aber nur gucken und Stimmung schnuppern, in den Geschäften ist es ihnen zu voll.

Tagsüber war bereits Gelegenheit, sich beim Autosommer über neue Modelle zu informieren oder eine Speedway-Maschine in Augenschein zu nehmen.

Was aber ist auf dem Markt los, nachdem Irish Coffee die Stimmung angeheizt hat? Da tritt die Showband Papermoon auf. Und wie schon 2005 stehen ganz vorne wieder die eingefleischten Fans mit einem bemalten Tuch: „Der hellste Mond am Himmel ist Papermoon“.

Was fürs Auge ist Mr. Robbie. Schwarze Lederjacke, Sonnenbrille, sexy Lächeln, und – hey – singen kann er auch. Einen Robbie-Williams-Hit nach dem anderen schmettert er ins Mikro: „Let me entertain you“, „Feel“, „Angels“. Ach, schön... Die Mädels singen eifrig mit. Macht ja nichts, dass es nicht der echte Robbie ist. Der kommt sowieso nie nach Stralsund.

Der Gänsehaut-Titel des Abends aber ist kurz vor Mitternacht zu hören: „Über sieben Brücken“ von der Gruppe K...! „Karat“ darf die Gruppe nicht mehr genannt werden, hat die Witwe des verstorbenen Sängers Herbert Dreilich gerichtlich durchgesetzt. Die Musiker haben dagegen geklagt, und bis das endgültige Urteil gesprochen ist, singen sie erst einmal: „Schwanenkönig“, „Jede Stunde“, „Der blaue Planet“.

Altstadtmanager Michael Reink ist unterdessen durch die Innenstadt gegangen, hat mit Geschäftsleuten gesprochen. „Die Händler sind zufrieden, die Leute gut drauf.“ Zwischen 60 und 70 Läden laden zum Shoppen ein – darunter auch einige schwarze Schafe, die sich zwar nicht an der Finanzierung der Einkaufsnacht beteiligt haben, nun aber vom Andrang profitieren.

DOREEN BREITENFELDT



Die Gruppe Irish Coffee aus Warnemünde heizte dem Publikum zum Auftakt des Abends ein.